Montag, 16. Januar 2012

Der kleine Dreh

Hier mal ein bisschen dran gedreht; und/oder lieber dort?

Zum Abschluß von "Lesch's Kosmos" im ZDF gestern Abend stellte der von mir hochverehrte Professor die Frage (wie immer nur aus meinem Gedäctnis): "Warum glauben die Menschen bloß immer, das Universum will ihnen Böses?"

Hierdrauf nun meine Antwort.

1. Wie immer meine Binsenweisheit eines physikalischen Laien, der sich anmaßt, mit einem Professor für Physik über dessen Fach zu "streiten":
Das Universum ist nun mal in der Masse des Nichts ein lebensfeindlicher Raum. Das Leben muss sich arg zur Decke strecken, um sich zu behaupten.
Also selbst boshafte, an Bosheit glauben Menschen werden nicht umhin kommen, zu bemerken, dass das "böse", "feindliche" Universum genau mit dieser, solcherarten Boshaftigkeit dem Leben Chancen nicht nur lässt, sondern gar eröffnet!

2. Und auch damit sage ich dem Philosophen Herrn Lesch nichts Neues:
Das Universum ist in seiner sich uns darstellender Gesamtheit ein fein - sehr fein, sehr, sehr fein! Wäre auch nur das winzigste metaphorische Schräubchen um die winzigste Winzigkeit verdreht, wir wären weder wir noch hier! - abgestimmtes System, das auch uns - also eine über sich selbst und alles andere reflektierende Wesenseinheit - erst erschuf. Für mich ist - wir kennen es auch vom Prinzip des Urknalls: aus dem Nichts ensteht Materie UND dessen vernichtender Gegenpol (Anti-)Materie - gehört also diese lebensvernichtende (-feindliche) Schaffung von Leben zusammen UND dazu! Zum Ganzen. Es ist! Ob mit oder ohne uns, warum dann aber von uns selbstgewollt und -wählt nicht MIT UNS?
Es ist!
Und noch auch sind WIR!
Für uns gilt: wir sind, weil es ist!
Warum dran drehen?
Und vor allem: warum noch Großes bewirken, wenn schon das Winzigste mehr als genügt?
Überknall?

Aus 1 und 2 folgt zwingend unser Lebensglück!
Zufall. ZU UND FALL! All überAll!
(dieses Wort hat den big bang erst ermöglicht, käme also noch vor Boom! Kleiner insider-Scherz: Harald Lesch behauptete, Bumm wäre das erste Wort gewesen, so es eines gab)
Verdienst?
Nie nich! Immer nur reinste Würfelei!

Und es würfelt doch!
Das Universum, lieber Herr Einstein!
Vielleicht mag Gott nicht Würfeleien, das mag sein!
(heißt: mir egal, ich hab' nichts dagegen, wenn's so wäre; wüsste aber auch nicht, was ich dafür haben sollte, wenn es so ist. Meine Existenz habe ich ja, weil es so ist, wie es nun mal ist, egal wie es ist. Und vor allem: Unabhängig davon, wie ich oder sonstwer das empfindet! Beurteilt!
btw: Können Urteile überhaupt rational, begründet sein? Ist jedes Urteil nicht gerade zwingend Ausdruck von Gefühl? Rationalität und Urteilsfähigkeit ein Widerspruch in sich, ähh uns?)

Sicher ist jedenfalls: Wir mögen sie nicht. Wir wollen an allem rumspielen, rumdrehen (und Rum trinken, gerade dann, wenn's nicht oder zu gut klappt).
Hier mal ein bisschen, und auch dort! Haben es uns ja verdient!
Und im Zweifel: Irgendwann muss es ja mal klappen. Und wenn ich diesen Dreh nicht finde, macht's'n'andere/r/s!

Seh'n Sie, Herr Lesch?
Genau das ist der Grund, warum Menschen das Universum als lebensfeindlich einstufen. Es lässt nicht mit sich spielen!
Jedes - menschliche, unmenschliche UND nichtmenschliche! - Verdrehen ist schlichtweg eine lebensbedrohliche Verdrehung! Eine Verdrehtheit des Verdrehenden!
Es bestraft unser Tun und Lassen sofort. Grausam und hart und erbarmungslos.
Nur das Sofort ist ein von uns vermeintlich erschaffender Begriff, mit dem wir uns selbst unser eigenes, intellektuelles Bein stellen. Dadurch, dass das Universum an sich zeitlos ist, gibt es weder Ewigkeiten noch Soforte. Es gibt ja UNS, ES braucht also so etwas nicht! Dafür hat es ja uns (erschaffen!)!

Allerdings - und selbstverständlich bezweckten Sie mit Ihrer Frage genau diese Einsicht:
Das Universum ist Nichts! UND Alles!
Ist es lebensfeindlich? Ist es ebenso lebenserschaffend!
Oder weder noch! (das logische Oder schließt das Und mit ein: das Eine oder das Andere oder Beides! In diesem Fall: ALLes drei)
Ich bevorzuge das Letztere:
Wir (alles, Energie, Materie, Struktur, Wechselwirkung und -en, Leben und Tod, eben damit auch wir!) sind ihm einfach egal! Es wird nie unsere kleinen Drehs zur Kenntnis nehmen, weder belohnen noch bestrafen, gerecht, ungerecht oder auch nichts davon, wie es nun mal ist!

Mein Antwort also lautet, kann nur so lauten:
Mensch, egal was du tust, glaubst, denkst, unterlässt! Und auch WIE du es (dir? mir? wem sonst? her- UND hin-)drehst!
Vergiss nie: Du spielst mit dem Leben!

War es das wert?
Musste das/es so sein?
Soll es so weiter gehen?
Willst du das?

Wer würfelt da eigentlich?
Und wenn Gott kein Spieler, wieso dann sein selbstvermeintliches Ebenbild?

Das wären eigentlich meine Fragen gewesen!

Kommentare:

  1. Kinder wollen spielen!
    Das ist nicht nur aber auch menschlich!

    Wann aber werden Menschen erwachsen?
    Wenn sie aufhören, mit ihrem Leben zu spielen?

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  2. Das Rad wurde schon erfunden.
    Müssen wir es deswegen immer wieder neu finden, weil wir es so gern erfunden hätten?

    Wen belügen wir noch damit, wenn wir behaupten, Columbus hätte Amerika entdeckt?
    Gefunden? Gar erfunden?

    Menschlichkeit: das Spiel mit dem Feuer?
    Entdeckt? Erfunden? Oder Verlogen?

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