Samstag, 16. September 2017

Die Aufgabe

Als ich jung war, ich meine damit die letzten 60er und die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts, wurde viel darüber diskutiert, was denn wohl der Sinn und Zweck des Lebens, insbesondere des menschlichen Lebens sei.  Zum Glück ist das heute kein Thema mehr. Was aber leider nicht heißt, dass diese Fragestellung nicht weiterhin aktuell ist. Und das wird es bleiben, solange Menschen meinen, ihr Leben - ich geh' mal gutwillig davon aus: zum Wohle anderer sinnvoll zweckentfremden zu müssen.

Obwohl im genannten Zeitraum die deutsche Katastrophe der Koste-es-was-es-wolle-Pflichterfüllung gerad mal 20 Jahre zurücklag, weniger also als heute die Wiedervereinigung, spukte es immer noch in deutschen Köpfen, und wenn nicht nur da, ist's eher noch schlimmer! dieses Gespenst des sinnerfüllten, zweckgebundenen menschlichen Daseins. Ich kann es mir nur so erklären: auch das vielbeschworene Recht auf Arbeit, was allerdings nur das Konsumieren von Gütern und für andere die Kohlen aus dem Feuer holen gegen Bezahlung meint, gründet darauf. Auf die Antwort, warum es Leben und gar menschliches Leben gibt.

Streifen wir sie nur mal am Rande, die wirklich einzige Sinn gebene, konkrete Aufgabe, die ich weit und breit entdecken kann und die durch nichts anderes ersatzbefriedigt werden kann: das Kinderkriegen und großziehen.
Wenn du nach dem Sinn deines Lebens fragst und hast keine Kinder, wirst du keine befriedigende Antwort erhalten!

Einem afrikanischen Sprichwort zufolge braucht es ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen. Gut, wenn es dann mehr Kinder als nur eines pro Dorf gibt. Der Wahrheit Kern ist jedoch, dass wir mit Kindern sowohl als Individueen wir auch als Kollektiv gefordert sind.

Ich wollte mit diesem einzigem konkretem Beispiel einer sinngebenden Aufgabe eben genau das deutlich machen: diese Notwendigkeit für eine wie auch immer geartete menschliche Aufgabenerfüllung des gleichzeitigen Vorhandenseins individueller wie gemeinschaftlicher  Aktivitäten. Auch wenn zwei Einzelwesen ein Kind zeugen und vorrangige Ansprechpartner für dessen Gedeih sind, also diesen Sinn, diese Aufgabe auch für ihre Mitmenschen initiieren, kein Elternpaar wird es allein, ohne Hilfe vieler anderer Menschen schaffen.
Das Aufgaben, Sinn und Erfüllung Stiftende liegt also genau hierdrin: das zielgerichtete Zusammenwirken von Einzelwesen und Gemeinschaft.