Dienstag, 1. September 2009

Werteverlust?

Ich hab' da mal 'ne Frage:
Welchen Wert soll Arbeit noch haben, die von 1€-Jobbern getan werden muss?

Soll damit der Werteverlust dieser Gesellschaft gefördert werden? Oder was?

Ich bin nämlich zu dumm für diese Welt! Vermutlich bin ich deswegen ALGII-Empfänger, denn ich gehe noch von der für mich gültigen Wahrheit aus:
Was es wert ist, von mir getan zu werden, ist es auch wert, von mir bestmöglich getan zu werden!
Aber woher soll ich noch wissen, was es wert ist, von mir getan zu werden?

Leistung soll sich lohnen, Guido? Besteht meine Leistung dann aber nicht darin, nicht zu arbeiten, wenn sie sich nicht für uns lohnt?

Ich hatte ja schon das zweifelhafte Vergnügen, regulären Arbeitsplätzen als 1€-Jobber gemeinnützig den Garaus zu bereiten. Denn gemeinnütziges Kleidersammeln für Bedürftige nimmt natürlich denjenigen die Sachen weg, die die für ihr sozialversicherungspflichtiges Einkommen brauchen. Übrigens, lieber Guido, auch Deinen von Dir so geliebten mittleren und kleinen Unternehmen! Gemeinnützig ist an dieser Kleiderkammer auch, dass sie auch noch gleich zwei nichtstuende - Guido? Lohnte sich deren Leistungen nicht viel mehr, und wäre deren Einkommen nicht viel leistungsgerechter, wenn sie sich selbst nicht lieber als arbeitslos bezeichneten? - Geschäftsführerinnen beschäftigt, vermutlich verschwistert oder -schwägert mit dem hauptanteilseigenen, ach so sozial eingestellten Teeindustriellen. Und mir keine reguläre Stelle ermöglicht wurde, obwohl ich mir mein dann sozialversicherungspflichtiges Gehalt selbst verdient hätte. Und 'n bisschen wäre auch noch für die Urlaubsführerinnen übrig gewesen. Zumal dann, wenn sie ihre prämierte Aufgabe wahrgenommen hätten, Fahrzeuge kostengünstig zu beschaffen statt teure Vermieter zu subventionieren. Merkwürdige Begriffe der Gemeinnnützigkeit, oder?

Nun steht mir bald wieder ein Bewerbungsgespräch bevor. Beim zweifelsohne gemeinützigem Hamburger Sportbund. Ratet mal als was? Hausmeister und Platzwart! Für 1€ die Stunde, kann auch bis zu 2€ sein! Mal abgesehen davon, dass der HSB wohlhabend ist, gemeinnützig ist er ja trotzdem, aber wird er seiner Gemeinnützigkeit verantwortungsvoll gerecht, wenn er für ihn wertvolle Arbeit regulär dem Arbeitsmarkt entzieht? Und was erwartet er von mir an Werten, die er ohnehin nur so gering bewertet?

Gute Fragen? Und? Wo bleiben unsere/Eure guten Antworten?

Kommentare:

  1. mich macht das nur sauer. "Arbeitsplätzen als 1€-Jobber gemeinnützig den Garaus zu bereiten"
    nichts anderes macht Hartz4, d.h. es rafft auch noch die letzten menschwürdigen und einigermassen gerecht bezahlten Arbeitsplätze dahin.
    Sowas nenne ich Versklavung nach Gutsherrenart - und sowas wurde von Grünen + SPD eingeführt - besser kann man sich gar nicht enttarnen.
    Ich kann nicht genug kotzen wie mir schlecht wird!!!
    Ich hoffe Du wirst nicht auch noch gezwungen solche Arbeit anzunehmen.

    LG
    Chris

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  2. Doch lieber Chris! Wenn ich weiterhin ein Dach über'm Kopf haben will und mein Habe in ein paar Alditüten durch die Welt tragen will, bin ich genau dazu gezwungen.

    Auf meine diesbezügliche Frage, was passiere, wenn die 1-€-Gemeinnützigen mich nicht gebrauchen könnten, antwortete mir eine sehr nette und einfühlsame Arbeitsvernichterin wider Willen: "Dann bekommen sie einen neuen Termin, wo sie sich vorstellen können." "Ja, und wenn die mich auch ablehen?" "Dann werden sie jemandem zugewiesen, der sie nicht ablehnt!"

    Sollte ich einen Termin nicht einhalten, also auch der Arbeit unentschuldigt fernbleiben, wird mir zweimal das ALGII um jeweils ca. 100€ gekürzt, also in der zweiten Stufe 200 von 300 verfügbaren weniger, dann bei einem weiteren Versäumnis von mir innerhalb eines Jahres erlischt mein Anspruch völlig. Mir bliebe also als Alternative nur die Straße!

    Nochmal, irgendwo hatte ich das ja schon mal erwähnt: Für mich persönlich ist es ein großer Vorteil, wenn ich gerade auch das von mir ausgesuchte Angebot annehme:
    Abgesehen von sinnvollen Tätigkeiten und Umgang mit Menschen habe ich auch deutliche finanzielle zusätzliche Gewinne.
    Also wenn ich monatlich 2Mill bisher erhielte, so erhalte ich dann 3 Mill. Ne glatte Mill. mehr, ich wäre ja blöd, wenn ich die nicht wollte, oder?

    Das Problem besteht ja leider nur darin, dass es nur 150€ mehr sind, die bei mir ein verfügbares Mehr von 50% ausmachen. Mir nach wie vor sehr recht.

    Aber was kostet diese willkommene Bisschen mehr für mich Euch? Leider eben nicht nur 150€ monatlich, sondern reguläre Arbeitsplätze, die nur deswegen nicht bezahlbar werden, weil sie nicht mehr bezahlbar sein müssen!

    Ihr habt ja mich! Ihr Ärmsten :-(

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