Dienstag, 30. November 2010

Des Dokos tieferer Sinn?

Sven schrieb unter "Spielanalysen" im Dokoland-Forum u.a.:
"Deswegen finde ich Spielanalysen auch immer so verdammt schwierig, aus jeder Sicht sieht das Spiel anders aus. Das nur weil man andere 12 Karten sieht und an einer anderen Position sitzt."

Aus diesem Grund und auch aus den anderen, die Du nanntest, verlieren wir alle ja zunehmend das Vertrauen in unsere Macht.
Mein Weg, diesem Problem Herr ...
natürlich bedingt gerade auch deswegen ziemlich dämlich, weil Damen nun mal so herrlich sind, die Herren der Schöpfung eben die Dämlichkeit abbekamen
... zu werden:
Beim Doko äußere ich nur das, was ich weiß! Erfahren habe; selbst lernen musste!
Und selbst dabei unterlaufen mir armen Menschen mehr als genügend - also eindeutig ungenügende! - Fehler!

Zum Beispiel kann ich kaum etwas dazu sagen, wenn es sich nur um Zugumstellungen handelte. Weil es war ja egal, ob nun so oder anders rum, links oder rechts, Recht oder Unrecht, das Ergebnis ist einfach immer dann dasselbe. Aber auch 50:50 Entscheidungen, bei denen man nun ausgerechnet das Falsche traf, für irgend eine Variante muss man sich ja schließlich entscheiden, wenn das Spiel weitergehen soll, werden von mir nach bestem Wissen und Gewissen nicht als Fehler klassifiziert. Dazu kommt dann noch, die Doko gewollt? ungewollt? jedenfalls durchaus verbesserungsfähige, noch innewohnende Unschärfe, sodass man wohl auch noch mindestens bis zu 40:60 Entscheidungen den 50:50 gleichsetzen muss. Auch das ist mir klar.

Ein Versuch also, beim Doko grundsätzliche Fehlerbetrachtungen anzustellen, ist es, sich einfach mal anzugucken, was denn überhaupt Spielfehler sind. Z.B. Spielfehler? Spieler Fehler? Oder weder noch? Oder was ganz anderes? Vielleicht gar der Fehler, ein Sch...spiel mitzuspielen? (Doko halte ich ja nicht dafür, sonst spielte ich auch dieses nicht mehr mit!)

Jedenfalls kommt ein Dokospieler so hellsichtig sehr schnell dazu, den Erfolg, das Ergebnis als Grundlage seines Urteils für unzu(ver?)lässig zu beurteilen. Wie man also sehr schnell sieht: der eigene Wunsch, etwas beurteilen zu wollen, führt erst einmal dazu, sich selbst, seine Wünsche, seine Möglichkeiten, seine Sichtweisen beurteilen zu müssen.

Ausflug in die restliche Wirklichkeit aus Doko spielerischer Sicht:
Das war ja auch das, weshalb ich jeden richtenden Juristen dazu verdonnern möchte, eben weil er auch mich UND meine Mitmenschen im Zweifel dazu verdonnern möchte, sich zuerst selbst in den Knast zu schicken! Nicht dass ich denke, da gehöre er hin, nein, er selbst oder auch sie selbst, will da nicht raus!

Also sehe ich es als Eigenart eines jeden Menschen an, mehr oder weniger das Gefängnis, in dem er/sie sich selbst befindet, seinen Mitmenschen aufzuhalsen. Und somit ebenfalls als zwangsläufige Konsequenz eines jeden Menschen, den partiell schon freieren Mitmenschen, z. B. selbst den nicht einmal sich selbst von Arbeit befreiten Arbeitslosen, aber man kann dies ebenfalls von den vom Deutsch befreiten Ausländern sagen, eben genau diese Zwangsfreiheit vorzuwerfen!

Ich finde, und deswegen bin ich Dir und Deinem Beitrag sehr dankbar, wenn wir es wenigstens hier beim Doko UND im Dokoland ein Stück weit schaffen, schließlich sind alles, selbst die schlimmsten hier nur kleine Fehler, wenn überhaupt? neue Wege finden, wie jeder selbst sich aus seinem eigenem, immer nur dumm sein könnendem Gefängnis befreit, wäre es ein Riesengewinn für uns. UND damit dann auch für alle Menschen, gerade auch für die armen Nichtspieler!
Jedenfalls sollte so allmählich auch mal dem letzten Menschen klar werden, dass Gefängnisse erst dann wieder weniger werden, und dem entsprechend die allgemeine Freiheit größer, wenn Menschen sich nicht mehr selbst einsperren wollten!

Nicht gerechnet all der vielen Menschen, die unschuldig für die Schuld anderer Menschen von ihren Mitmenschen und sei es nur in dumm-geistige Schubladen eingesperrt werden!

Die aktuelle Bildungsdebatte führt nur deswegen nicht zu einem freiheitlichen Ergebnis, weil eben immer nur noch mehr Gefängnisse - wirklich am liebsten wieder Arbeitslager? - gebildet werden sollen. Und diese Möchte-gern-Aufseher-sein-Gefangenen nennen sich dann auch noch mehrheitlich und liberal!
Letzte, nun mehr einzige Relikte der einstigen Sprache der Dichter und Denker, diese heuchlerisch verlogenen Wortverdrehungen der Deutschen?

Festzustellen und zu halten bleibt zum Spiel zurückkehrend somit für mich:
Doko kann und sollte die inneren Augen öffnen. Die, mit denen Menschen sich selbst betrachten. Und beurteilen. Anderes und Andere zu beurteilen, nur damit die eigenen Augen geschlossen bleiben, führt auch beim Doko zum "Krieg"! Unabhängig vom Punkte-Ergebnis!
Ich wünsche mir zweierlei, sich gegenseitig Ausschließendes (Ob ergänzen Könnendes ist ebenfalls Ausdruck des Bewusstseinsstandes der Dokospieler). Wobei mir ziemlich egal ist, in welche Richtung Mensch gehen möchte:
Entweder wir möchten uns auf Punkte als "einziges" Ergebnis konzentrieren. Dann sollten wir Doko danach ausrichtend weiter entwickeln.

Oder uns ist das Spiel an sich und das miteinander gegeneinander Spielen wichtig (was allerdings auch weiterhin mit einem zufallsunabhängiger*) entwickeltem Spiel möglich, wenn nicht gar noch besser wäre). Dann kann Doko uns grundsätzlich nur uns selbst offenbaren, im überwiegenden Mehrheitsfall sind Punkte so nicht in der Lage, andere Mitspieler, nur uns selbst, beurteilen zu können. Aber was sollten dann noch punkteabhängige Pokale? Oder gar deutsche Meisterschaften? Spielen die Lottogewinner einen Meistertitel unter sich aus? Bekommen sie zusätzlich zu ihrem Glück auch noch einen Pokal?

Ich erkläre mir grundsätzlich jeden Konflikt zwischen miteinander Spaß haben wollenden Menschen (Interessensgleichheit!) in der für mich heuchlerischen Unausgegorenheit zwischen diesen beiden Ansätzen!

Und darin, dass dem/r "Meckerer/in", der/die sich selbst "ungerecht" beurteilt und entsprechend behandelt fühlt, unklar ist, was er/sie gerade mal selbst will!

Aber auch gerade dieser zu Doko gehörende Konflikt der unterschiedlichen und doch immer möglichen Sichtweisen ist ein Beweis dafür, dass Doko als Spiel ausreichend umfassend ist, jedem/r SpielerIn die eigene Persönlichkeit zur Beurteilung und Verwirklichung vorzuführen!
Doko ist also ein gutes Instrument für jede/n SpielerIn, sich die eigene Wirklichkeit bewusst zu machen, sich selbst in der eigenen wahrhaftigen Realität wieder und zur Einheit (Gesamtheit) des inneren und äußeren "Ichs" zu finden.

Die allgemein gültige Motivation neben den individuell strukturierten Präferenzen auf abstraktester Ebene zum Dokospiel sehe ich also in der Suche nach sich selbst.
Wir sollten uns allerdings bei soviel danach Suchen endlich auch wieder finden!
Allerdings sagt mir meine Erfahrung: je mehr Mensch noch zu finden hat, umso leichter und spaßhafter ist die Suche danach. Das scheint mir auch ein "pädagogischer" Vorteil von Doko zu sein: Der Anfänger wird mit größeren Spaß belohnt. Anfängerglück halt!

*) Klar, ein Kartenspiel ist immer auch vom Zufall abhängig. Die Frage ist jedoch: wer leistet mehr? Der/die mit schlechten Karten gut Spielende, nur knapp Verlierende? Oder der/die mit guten Karten gerad mal so eben Gewinnende? Solange die Bewertung dies nicht mehr als bisher berücksichtigt, solange ist jedes Ergebnis nur in den seltensten Fällen Ausdruck eines Spielvermögens. Erschwerend und deswegen ja interessanter kommt beim Doko hinzu, dass ja auch die Partnerwahl vom Zufall bestimmt wird.
Dass zufallsabhängige Verteilungen nicht unbedingt dazu führen müssen, auch das Spielergebnis zu einem Lottogewinn zu machen, beweisen erst einmal die Spieler sich selbst durch ihre Ansprüche an sich und ihre Mitspieler.
Darüber hinaus zeigt uns sehr wohl auch das Kartenspiel Bridge, bei dem die Ergebnisse - allerdings meist mit gewollt gewählten Partnern - sehr bald, nach nur sehr wenigen Spielen auch ein Maßstab für das Spielvermögen der Partner in der Summe sind. Beim Bridge reduziert sich das Kartenglück oder -pech nur noch darauf, dass es sich mit guten Karten halt leichter spielen lässt. Und das wird auch immer so bleiben, weil ja gerade dieses Merkmal Blätter zu guten oder schlechten werden lässt.

Kommentare:

  1. "Doko ist also ein gutes Instrument für jede/n SpielerIn, sich die eigene Wirklichkeit bewusst zu machen, sich selbst in der eigenen wahrhaftigen Realität wieder und zur Einheit (Gesamtheit) des inneren und äußeren "Ichs" zu finden."

    sehr schön ausgedrückt, das trifft es für mich haargenau :-)

    Liebe Grüße
    Chris

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