Ich hab' da mal 'ne Frage:
Welchen Wert soll Arbeit noch haben, die von 1€-Jobbern getan werden muss?
Soll damit der Werteverlust dieser Gesellschaft gefördert werden? Oder was?
Ich bin nämlich zu dumm für diese Welt! Vermutlich bin ich deswegen ALGII-Empfänger, denn ich gehe noch von der für mich gültigen Wahrheit aus:
Was es wert ist, von mir getan zu werden, ist es auch wert, von mir bestmöglich getan zu werden!
Aber woher soll ich noch wissen, was es wert ist, von mir getan zu werden?
Leistung soll sich lohnen, Guido? Besteht meine Leistung dann aber nicht darin, nicht zu arbeiten, wenn sie sich nicht für uns lohnt?
Ich hatte ja schon das zweifelhafte Vergnügen, regulären Arbeitsplätzen als 1€-Jobber gemeinnützig den Garaus zu bereiten. Denn gemeinnütziges Kleidersammeln für Bedürftige nimmt natürlich denjenigen die Sachen weg, die die für ihr sozialversicherungspflichtiges Einkommen brauchen. Übrigens, lieber Guido, auch Deinen von Dir so geliebten mittleren und kleinen Unternehmen! Gemeinnützig ist an dieser Kleiderkammer auch, dass sie auch noch gleich zwei nichtstuende - Guido? Lohnte sich deren Leistungen nicht viel mehr, und wäre deren Einkommen nicht viel leistungsgerechter, wenn sie sich selbst nicht lieber als arbeitslos bezeichneten? - Geschäftsführerinnen beschäftigt, vermutlich verschwistert oder -schwägert mit dem hauptanteilseigenen, ach so sozial eingestellten Teeindustriellen. Und mir keine reguläre Stelle ermöglicht wurde, obwohl ich mir mein dann sozialversicherungspflichtiges Gehalt selbst verdient hätte. Und 'n bisschen wäre auch noch für die Urlaubsführerinnen übrig gewesen. Zumal dann, wenn sie ihre prämierte Aufgabe wahrgenommen hätten, Fahrzeuge kostengünstig zu beschaffen statt teure Vermieter zu subventionieren. Merkwürdige Begriffe der Gemeinnnützigkeit, oder?
Nun steht mir bald wieder ein Bewerbungsgespräch bevor. Beim zweifelsohne gemeinützigem Hamburger Sportbund. Ratet mal als was? Hausmeister und Platzwart! Für 1€ die Stunde, kann auch bis zu 2€ sein! Mal abgesehen davon, dass der HSB wohlhabend ist, gemeinnützig ist er ja trotzdem, aber wird er seiner Gemeinnützigkeit verantwortungsvoll gerecht, wenn er für ihn wertvolle Arbeit regulär dem Arbeitsmarkt entzieht? Und was erwartet er von mir an Werten, die er ohnehin nur so gering bewertet?
Gute Fragen? Und? Wo bleiben unsere/Eure guten Antworten?